Heinrich-Büssing-Preise 2011

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Die Heinrich-Büssing-Preise 2011 erhielten:

 

Dr. rer. nat. Judith Becker

Titel der Dissertation: „Systems Metabolic Engineering of Corynebacterium glutamicum towards improved Lysine Production“

Das Bakterium glutanicum katalysiert aus z.b. Zucker und Stärke das Lysin, eine Aminosäure, das in tierischem Eiweiß reichlich, in Getreideproteinen jedoch nur gering enthalten ist. Daher wird Lysin als Zusatz für Futtermittel mit Hilfe dieses Bakteriums in großen Mengen künstlich hergestellt. Dr. Becker gelang es, in gezielter gentechnischer Analyse, Genese und Rekombination den z.Z. besten Produktionsstamm des glutamicum zu züchten, der eine große Steigerung der Lysin-Ausbeute erbringt. Sie hat darauf zwei Patente. Ihre Erfolge sind für die Lysin-Produktion weltweit von großer Relevanz.

vorgeschlagen von Prof. Dr. rer. nat. Christoph Wittmann

 

Dr. rer. nat. Markus Johannes Bröcker

Titel der Dissertation: „Function and Structure of the Light-Independet Protochlorophyllide Oxidoreductase“

Nicht nur Pflanzen und Algen, sondern auch Bakterien wandeln Sonnenenergie mit einer Photosynthese in energiereiche organische Moleküle um. Markus Bröcker erforscht als exzellenter Experimentator, mit großem Methodenspektrum, Enzyme der Chlorophyll-Biosynthese, die ohne Licht auskommen. Es werden die rekombinant hergestellten Enzyme aus den grünen Schwefelbakterien und aus den Cyanobakterien biochemisch, biophysikalisch und strukturell analysiert. Dazu gehört auch die Untersuchung der am Reduktionsprozess beteiligten Subkomplexe in ihren Funktionen und katalytischen Eigenschaften. Bisher sei noch niemand so tief in die dunkle Photosynthese eingedrungen, urteilt ein Gutachter. Die kumulative Dissertation besteht aus sechs in internationalen Fachzeitschriften veröffentlichten Aufsätzen. Sie bringt einen großen Fortschritt im Verstehen der Oxido-Reduktase und stellt die grundsätzlichen Verfahren für die Analyse weiterer Enzyme (auch für die Nitrogenase) zur Verfügung. Dr. Markus Bröcker arbeitet auf Grund seiner Leistungen seit 7/2010 als Post-Doc Associate an der Yale University.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Dieter Jahn

 

ßDr. rer. nat. André Hartmann

Titel der Dissertation: „Artifizielle Kohlenhydratrezeptoren: Design, Synthese, Kristallstrukturen und Komplexierungseigenschaften“

Rezeptoren in Zellmembranen oder im Zellinneren sind Proteine, die u.a. Signale weiterleiten, bestimmte Moleküle erkennen oder biologische Prozesse auslösen. An der molekularen Erkennung von Kohlehydraten durch gezielt modifizierte Rezeptoren arbeitet die Forschungsgruppe von Prof. Monika Mazik. Dr. André Hartmann hat neue, künstliche Kohlehydratrezeptoren entworfen, synthetisiert und in sehr aufwendigen experimentellen Untersuchungen in ihren gesamten Komplexitätseigenschaften analysiert. Der Einsatz von Phenanthrolin als Baustein für artifizielle Rezeptoren ist nur eines seiner Themen. Die Ergebnisse tragen wesentlich zum besseren Verstehen der Interaktionen zwischen Kohlehydraten und Rezeptoren bei und eröffnen einen großen Bereich von potentiellen Anwendungen, wie z.b. Erkennen von Tumor-Antigenen, von Zuckermolekülen bei beginnender Diabetes; sie können die Basis von zukünftigen Arzneien sein.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Monika Mazik

 

Dr. -Ing. Torsten Kröger

Titel der Dissertation: „On – Line Trajectory Generation in Robotic Systems“

Bisher war es – trotz intensiver Forschung – nicht gelungen, die Bahnfolge von Robotern, die mit Regelkreisen gesteuert werden, so durch Sensoren zu unterstützen, dass der Roboter – z.b. bei unvorhergesehenen Störungen – sofort auf Sensorsteuerung umschaltet. Dr. Torsten Kröger hat für dieses Problem eine technisch effiziente Lösung gefunden. Trotz der mathematisch-mechanisch sehr großen Komplexität wird die Sensorsteuerung in einer Millisekunde (oder noch weniger) errechnet und der Roboter umgeschaltet. Das internationale Interesse und die Praxisrelevanz sind groß: Die Dissertation ist in Buchform in den “Springer Tracts in Advanced Robotics” erschienen. Das Schriftenverzeichnis von Dr. Kröger umfasst 10 Aufsätze und 25 Konferenzbeiträge. Er ist Gründer und Geschäftsführer einer eigenen Firma. Seit 2/2010 arbeitet er an der Stanford University, im Artificial Intelligence Laboratory.

vorgeschlagen von Prof. Dr.-Ing. Friedrich Wahl

 

Dr. -Ing. Anh-Tuan Pham

Titel der Dissertation: „Efficient and Predictive Deterministic Multisubband Device Simulations for Strained Nanoscale PMOSFETs“

Dr. Anh-Tuan Pham kommt aus Vietnam und hat dort Elektrotechnik studiert (Bachelor und fünf Jahre Assistent). Mit 28 Jahren begann er das Masterstudium Informationstechnolgie in Bremen. In Braunschweig gelang ihm mit seiner Dissertation ein bahnbrechender rechnerischer Nachvollzug der physikalischen Vorgänge in bis zu 16 Nano kleinsten Transistoren. Er fand für die gekoppelten Schrödinger-Boltzmann- und Poisson -Gleichungen erstmalig einen deterministischen Lösungsweg, der außerdem nur noch etwa die halbe der bisherigen Berechnungszeit benötigt. P-MOS steht für: p-channel metaloxide – semiconductor, FET für: Feldeffekttransistor. Er ist 23-mal Erstautor bei 13 Veröffentlichungen in peer-reviewed Journalen und bei 24 Konferenz-papers. Es ist absehbar, dass sein Verfahren der rechnerischen Simulation für die Weiterentwicklung von ultradünnen Silizium-Transistoren von großer Bedeutung sein wird.

vorgeschlagen von Prof. Dr.- Ing. Bernd Meinerzhagen

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