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Aktuelles vom Verein der Freunde und Förderer der TU Braunschweig

26

Sep 11

Heinrich-Büssing-Preise 2011

05

Die Heinrich-Büssing-Preise 2011 erhielten:

 

Dr. rer. nat. Judith Becker

Titel der Dissertation: „Systems Metabolic Engineering of Corynebacterium glutamicum towards improved Lysine Production“

Das Bakterium glutanicum katalysiert aus z.b. Zucker und Stärke das Lysin, eine Aminosäure, das in tierischem Eiweiß reichlich, in Getreideproteinen jedoch nur gering enthalten ist. Daher wird Lysin als Zusatz für Futtermittel mit Hilfe dieses Bakteriums in großen Mengen künstlich hergestellt. Dr. Becker gelang es, in gezielter gentechnischer Analyse, Genese und Rekombination den z.Z. besten Produktionsstamm des glutamicum zu züchten, der eine große Steigerung der Lysin-Ausbeute erbringt. Sie hat darauf zwei Patente. Ihre Erfolge sind für die Lysin-Produktion weltweit von großer Relevanz.

vorgeschlagen von Prof. Dr. rer. nat. Christoph Wittmann

 

Dr. rer. nat. Markus Johannes Bröcker

Titel der Dissertation: „Function and Structure of the Light-Independet Protochlorophyllide Oxidoreductase“

Nicht nur Pflanzen und Algen, sondern auch Bakterien wandeln Sonnenenergie mit einer Photosynthese in energiereiche organische Moleküle um. Markus Bröcker erforscht als exzellenter Experimentator, mit großem Methodenspektrum, Enzyme der Chlorophyll-Biosynthese, die ohne Licht auskommen. Es werden die rekombinant hergestellten Enzyme aus den grünen Schwefelbakterien und aus den Cyanobakterien biochemisch, biophysikalisch und strukturell analysiert. Dazu gehört auch die Untersuchung der am Reduktionsprozess beteiligten Subkomplexe in ihren Funktionen und katalytischen Eigenschaften. Bisher sei noch niemand so tief in die dunkle Photosynthese eingedrungen, urteilt ein Gutachter. Die kumulative Dissertation besteht aus sechs in internationalen Fachzeitschriften veröffentlichten Aufsätzen. Sie bringt einen großen Fortschritt im Verstehen der Oxido-Reduktase und stellt die grundsätzlichen Verfahren für die Analyse weiterer Enzyme (auch für die Nitrogenase) zur Verfügung. Dr. Markus Bröcker arbeitet auf Grund seiner Leistungen seit 7/2010 als Post-Doc Associate an der Yale University.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Dieter Jahn

 

ßDr. rer. nat. André Hartmann

Titel der Dissertation: „Artifizielle Kohlenhydratrezeptoren: Design, Synthese, Kristallstrukturen und Komplexierungseigenschaften“

Rezeptoren in Zellmembranen oder im Zellinneren sind Proteine, die u.a. Signale weiterleiten, bestimmte Moleküle erkennen oder biologische Prozesse auslösen. An der molekularen Erkennung von Kohlehydraten durch gezielt modifizierte Rezeptoren arbeitet die Forschungsgruppe von Prof. Monika Mazik. Dr. André Hartmann hat neue, künstliche Kohlehydratrezeptoren entworfen, synthetisiert und in sehr aufwendigen experimentellen Untersuchungen in ihren gesamten Komplexitätseigenschaften analysiert. Der Einsatz von Phenanthrolin als Baustein für artifizielle Rezeptoren ist nur eines seiner Themen. Die Ergebnisse tragen wesentlich zum besseren Verstehen der Interaktionen zwischen Kohlehydraten und Rezeptoren bei und eröffnen einen großen Bereich von potentiellen Anwendungen, wie z.b. Erkennen von Tumor-Antigenen, von Zuckermolekülen bei beginnender Diabetes; sie können die Basis von zukünftigen Arzneien sein.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Monika Mazik

 

Dr. -Ing. Torsten Kröger

Titel der Dissertation: „On – Line Trajectory Generation in Robotic Systems“

Bisher war es – trotz intensiver Forschung – nicht gelungen, die Bahnfolge von Robotern, die mit Regelkreisen gesteuert werden, so durch Sensoren zu unterstützen, dass der Roboter – z.b. bei unvorhergesehenen Störungen – sofort auf Sensorsteuerung umschaltet. Dr. Torsten Kröger hat für dieses Problem eine technisch effiziente Lösung gefunden. Trotz der mathematisch-mechanisch sehr großen Komplexität wird die Sensorsteuerung in einer Millisekunde (oder noch weniger) errechnet und der Roboter umgeschaltet. Das internationale Interesse und die Praxisrelevanz sind groß: Die Dissertation ist in Buchform in den “Springer Tracts in Advanced Robotics” erschienen. Das Schriftenverzeichnis von Dr. Kröger umfasst 10 Aufsätze und 25 Konferenzbeiträge. Er ist Gründer und Geschäftsführer einer eigenen Firma. Seit 2/2010 arbeitet er an der Stanford University, im Artificial Intelligence Laboratory.

vorgeschlagen von Prof. Dr.-Ing. Friedrich Wahl

 

Dr. -Ing. Anh-Tuan Pham

Titel der Dissertation: „Efficient and Predictive Deterministic Multisubband Device Simulations for Strained Nanoscale PMOSFETs“

Dr. Anh-Tuan Pham kommt aus Vietnam und hat dort Elektrotechnik studiert (Bachelor und fünf Jahre Assistent). Mit 28 Jahren begann er das Masterstudium Informationstechnolgie in Bremen. In Braunschweig gelang ihm mit seiner Dissertation ein bahnbrechender rechnerischer Nachvollzug der physikalischen Vorgänge in bis zu 16 Nano kleinsten Transistoren. Er fand für die gekoppelten Schrödinger-Boltzmann- und Poisson -Gleichungen erstmalig einen deterministischen Lösungsweg, der außerdem nur noch etwa die halbe der bisherigen Berechnungszeit benötigt. P-MOS steht für: p-channel metaloxide – semiconductor, FET für: Feldeffekttransistor. Er ist 23-mal Erstautor bei 13 Veröffentlichungen in peer-reviewed Journalen und bei 24 Konferenz-papers. Es ist absehbar, dass sein Verfahren der rechnerischen Simulation für die Weiterentwicklung von ultradünnen Silizium-Transistoren von großer Bedeutung sein wird.

vorgeschlagen von Prof. Dr.- Ing. Bernd Meinerzhagen

27

Feb 10

Heinrich-Büssing-Preise 2010

Die Heinrich-Büssing-Preise 2010 erhielten:

 

Dr.-Ing. Michael Flagmeyer

Titel der Dissertation: „Die Architekturen der Deutschen Arbeitsfront – Eine nationalsozialistische Kontrollorganisation als Planungsinstrument“

Die in zwei Buchbänden gedruckte Dissertation von insgesamt 863 Seiten analysiert und dokumentiert die Bauten der Deutschen Arbeitsfront (DAF) von 1933 bis 1944. Es wird nicht nur die Übernahme von Neoklassizismus, Teil-Moderne und Siedlungsbau am konkreten Beispiel dargelegt, sondern auch das gesamte ideologisch-politische Umfeld, die Biographien von Beteiligten und die Organisationsformen der DAF.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Karin Wilhelm
Institut für Bau – Stadtbaugeschichte
 

Dr.-Ing. Erik Heim

Titel der Dissertation: „Fluxgate – Magnetorelaxometrie magnetischer Nanopartikel in der Bioanalytik“

Dr. Heim entwickelt, erprobt und entwirft bis zur Praxisreife ein neues Messverfahren für den Nachweis kleinster Mengen von Biomolekülen. Superparamagnetische Nanopartikel werden magnetisch ausgerichtet. Ihre Relaxation in den ungerichteten Anfangszustand ist Messsignal. Das Verfahren arbeitet im Sekundenbereich – und im Gegensatz zu Vorgängern – bei Raumtemperatur. Anwendungen sind u.a. Kontrastmittel bei Kernspintomographen, Bioreaktoren, Bioanalytik.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Meinhard Schilling
Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik

 

Dr. rer. nat. Oliver Nowak

Titel der Dissertation: „Exakte kleinste Quadrate Interpolierende.Konvergenzresultate von Korovkin-Typ und Anwendungen im Kontext der numerischen Approximation von Erhaltungsgleichungen“

Dr. Nowak entwickelt (einschließlich Konvergenzbeweisen) ein neues numerisches Lösungsverfahren in Form finiter Differenzen für partielle Differentialgleichungen, insbesondere 3D hyperbolischen Typus. Die gitterfreie Methode setzt für die Interpolation „bewegte“ kleinste Quadrate an. Damit werden auch gradientenlose „flat-spot“ –  Probleme überwunden und simultane Approximationen von Funktionen und deren Ableitungen in multivariablen Räumen möglich.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Thomas Sonar
Institut für Computational Mathematics

 

Dr. rer. nat. Sven Simon

Titel der Dissertation: „Titan´s highly variable plasma environment: A 3D hybrid simulation study“

Der Saturn-Mond Titan kreist mit einer Jonosphäre aus Stickstoff (90%) und Methan im Magnetfeld des Saturn und hat selbst kein Magnetfeld. Er ist langsamer als die Umdrehung des Saturns. Zusammen mit dem Solarwind entsteht eine hochvariable Interaktion aller Einflüsse. Die US Sonde Cassini lieferte Messdaten aus mehreren Vorbeiflügen. Herr Simon entwickelte ein Hybrid  – Modell dieser Zustände, in dem der Elektronenstrom als masseloses Fluid, die Ionen als Makropartikel abgebildet werden. Ihm gelang damit für eine Vielzahl von Konfigurationszuständen erstaunlich gut übereinstimmende Ergebnisse von Messungen und Berechnungen und die Interpretation grundlegender plasmaphysikalischer Prozesse.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Uwe Motschmann
Institut für Theoretische Physik

27

Feb 09

Heinrich-Büssing-Preise 2009

Die Heinrich-Büssing-Preise 2009 erhielten:

 

Dr. rer. nat. Stephan Beer

Titel der Dissertation: „Entwicklung neuartiger Katalysatoren für Alkinmetathese“
vorgeschlagen von Prof. Dr. Matthias Tamm
Institut für Anorganische und Analytische Chemie

 

Dr. rer. pol. Thomas Volling

Titel der Dissertation: „Auftragsbezogene Planung bei variantenreicher Serienproduktion „
vorgeschlagen von Prof. Dr. Thomas Spengler
Institut für Produktion und Logistik

 

Dr.-Ing. Ulrike Thomas

Titel der Dissertation: „Automatisierte Programmierung von Robotern für Monatageaufgaben“
vorgeschlagen von Prof. Dr. Friedrich M. Wahl
Institut für Robotik und Prozessinformatik

27

Feb 08

Heinrich-Büssing-Preise 2008

 

Die Heinrich-Büssing-Preise 2008 erhielten:

Dr. rer. nat. Raimo Franke

Titel der Dissertation: „Development of Methods for the Synthesis of Scaffolded Peptides and their Use for the Design, Generation and Biochemical Evaluation of Synthetic Mimetics of the CD4 Binding Site of HIV-1 gp120“
vorgeschlagen von PD Dr. Jutta Eichler
Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung

 

Dr.-Ing. Marco Feldmann

Titel der Dissertation: ”Technologien und Applikationen der UV-Tiefenlithographie: Mikroaktorik, Mikrosensorik und Mikrofluidik”
vorgeschlagen von Prof. Dr. Stephanus Büttgenbach
Instituts für Mikrotechnik

 

Dr. rer. nat. Anja Wolter

Titel der Dissertation: ”Longitudinal and Transverse Magnetization in Low-Dimensional Molecule-Based Quantum Magnets”
vorgeschlagen von Prof. Dr. Stefan Süllow
Institut für Physik der Kondensierten Materie

27

Feb 07

Heinrich-Büssing-Preise 2007

 

Die Heinrich-Büssing-Preise 2007 erhielten:

Dr. rer. nat. Yasuhito Narita

Titel der Dissertation: „Low Frequency Waves Upstream and Downstream of the Terrestrial Bow Shock“

Im Abstand von ca. 100.000 km von der Erde erzeugt ihr Magnetfeld im Sonnenwind Plasma-Wellen unterschiedlicher Art im Tag- (Bug) und Nacht- (Heck) – Bereich. Ihre Eigenschaften lassen sich nur indirekt über Simultan-Messungen der elektromagnetischen Veränderungen mit mehreren Satelliten bestimmen (vier im CLUSTER – Projekt). Dr. Narita hat die wesentlichen Parameter (auch Turbulenzen) dieser Plasma-Wellen aus den komplexen Messdaten herausgefiltert, analysiert und mit Berechnungen an plasma-theoretischen Modellen bestätigt. Damit sind wichtige Erkenntnisse über den Energietransport aus dem Sonnenwind in die Erdmagnetosphäre gewonnen worden.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier
Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik

 

Dr.-Ing. Annika Raatz

Titel der Dissertation: ”Stoffschlüssige Gelenke aus pseudo-elastischen Formgedächtnislegierungen in Parallelrobotern”

Für die Mikromontage sind ultrapräzise Maschinenelemente erforderlich. Die Dissertation untersucht in Entwurf, Experiment und numerischen Modellen den Einsatz von Formgedächtnislegierungen für stoffschlüssige „Gelenke“ in Parallelrobotern. Sie umfasst den gesamten Fragenkomplex von Werkstoffproblemen (u.a. Ermüdungsversuche), dreidimensionalen dynamischen Kinetikmodellen bis zur Entwicklung von Prototyp-Robotern mit sechs Freiheitsgraden. Es erweist sich, dass die Formgedächtnislegierungen wesentlich genauere und differenzierte Mikro-Montagen ermöglichen.

vorgeschlagen von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hesselbach
Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik

 

Dr.-Ing. Simon Winkelbach

Titel der Dissertation: ”Das 3d-Puzzle Problem – Effiziente Methoden zum paarweisen Zusammensetzen von dreidimensionalen Fragmenten”

Der menschliche Sehprozess setzt optische Wahrnehmungen in drei-dimensionale Bilder im Gehirn um. Bei der Computer-Simulation entstehen aus dem Objekt vermessene Oberflächendaten in Single-Shot-Aufnahmen dreidimensionale Computerbilder. In der Dissertation werden Verfahren entwickelt, die aus Aufnahmen zerbrochener Objekte virtuelle Wiederzusammensetzungen ermöglichen. Anwendungen sind u.a. Knochenbrüche in der Chirurgie, archäologische Artefakte, Protein-Zusammensetzungen in der Bioinformatik.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Friedrich M. Wahl
Institut für Robotik und Prozessinformatik