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Aktuelles vom Verein der Freunde und Förderer der TU Braunschweig

01

Dez 18

Heinrich-Büssing-Preise 2018

Foto: Andreas Bormann

Doktorvater Prof. Dr. Dirk Mattfeld, Preisträger Prof. Dr. Marlin Ulmer, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Universitätspräsidentin Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, BHB-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid, Preisträgerin Dr. Antonia Dannheim, Doktorvater Prof. Dr. Rainer Krull, BHB-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Joachim Block, Preisträger Dr. Gunther Wilke, Doktorvater Prof. Dr. Cord-Christian Rossow

 

Die Heinrich-Büssing-Preise 2018 erhielten:

Prof. Dr. Marlin Ulmer

Titel der Habilitation: „Dissertation: Anticipation in Dynamic Vehicle Routing“

Für seine Dissertation „Anicipation in Dynamic Vehicle Routing“ untersuchte Prof. Ulmer den Einsatz maschineller Lernverfahren in der dynamischen Tourenplanung. Lernende Verfahren leiten Handlungsempfehlungen auf Grundlage historischer Daten oder Prognosen ab. Eine dynamische und vorausschauende Tourenplanung wird vor allem im urbanen Verkehr immer wichtiger, unter anderem bei Kurier- und Paketdiensten, bei Servicetechnikern oder bei Mobilitätsdienstleistern.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Dirk Christian Mattfeld
Institut für Wirtschaftsinformatik

 

Dr.-Ing. Antonia Dannheim

Titel der Dissertation: „Skalenübergreifende Produktion und Sekretion rekombinanter Proteine mit Stämmen der Gattung Bacillus“

Biopharmazeutika stellen rund 20 Prozent der kommerziellen Pharmazeutika dar. Für die gentechnische Produktion stellen diverse Bakterienstämme der Gattung Bacillus eine vielversprechende Alternative zu tierischen Zellkulturen dar. Dr. Antonia Dannheim hat die Produktionsprozesse jeweils bis in den Bioreaktor geführt und konnte hohe Produktausbeuten erzielen. Die etablierten Systeme könnten teure Zellkultursysteme ersetzen und so zu preisgünstigen Medikamenten beitragen.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Rainer Krull
Institut für Bioverfahrenstechnik

 

Dr.-Ing. Gunther Andreas Wilke

Titel der Dissertation: “Aerodynamic Optimization of Helicopter Rotor Blades using Variable Fidelity Methods”

In seiner Dissertation bearbeitete Dr. Gunther Wilke ein sehr grundlegendes Thema aus dem Bereich der Optimierung und der numerischen Simulation der Aerodynamik von Helikopter-Rotorblättern im Schwebe- und im Vorwärtsflug. Er entwickelt dazu eine Methodik, mit der es gelingt, unterschiedlich genaue Modelle der Strömungsmechanik für die Optimierung der Rotorblätter zu verwenden und den Berechnungsaufwand enorm zu reduzieren.

vorgeschlagen von Prof. Dr. Cord-Christian Rossow
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt / Institut für Strömungsmechnik der TU BS

29

Nov 18

100-Jahr-Feier mit Vergabe der Heinrich-Büssing-Preise 2018

Rund 500 Gäste folgen gebannt dem Programm im Großen Haus des Staatstheaters
(alle Fotos des Artikels: Andreas Bormann)

Geschichte – auch die 100-jährige des Hochschulbundes – ist zunächst einmal ein unendlicher Haufen von Ereignissen. Und der kann ziemlich dröge sein, wie manche Schulstunde einen lehrt. Erst ein Erzähler, der Ereignisse auswählt und sie kunstvoll zusammenknüpft, erschafft eine erhellende Geschichte. So kann man es für die 100-Jahr-Feier nur als großes Glück bezeichnen, dass mit Prof. Dr. Joachim Block genau eine solche Person den Rückblick auf die letzten 100 Jahre Braunschweiger Wissenschaftsgeschichte gab. In seinem spannenden Vortrag erfuhren die Gäste, wie mit Unterstützung des Hochschulbundes, viel Geschick und auch einigem Glück Braunschweig zu der erfolgreichen Wissenschaftsregion von heute wurde.

 

Prof. Block führt die Gäste durch 100 bewegte Jahre Wissenschaft und Hochschulbund

Der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der für den kurzfristig verhinderten Ministerpräsidenten eingesprungen war, hob in seiner Festrede die Wichtigkeit des Wissenschaftsstandortes Braunschweig mit seiner hohen Dichte an Forschungseinrichtungen hervor – für das Wohlergehen der Region, aber auch das ganze Land. In seiner Begrüßungsrede hatte BHB-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid die allgemeine Bedeutung von Wissenschaft betont: Gerade in heutigen Zeiten, in denen Meinungen häufig mehr Gewicht hätten als Tatsachen, müsse man stärker auf die Wissenschaft blicken. Der Hochschulbund, der in unserer Region zum Austausch zwischen Meinungen und Wissen beitrage, leiste dabei eine zentrale Rolle.

 

Moderator Prof. Korte im Gespräch mit dem Festredner Kultusminister Tonne

Ein Beispiel für diesen Austausch ist der Heinrich-Büssing-Preis. Der Moderator des Abends Prof. Dr. Martin Korte holte die diesjährigen Preisträger mit ihren Doktorvätern auf die Bühne und führte den Gästen im Interview vor Augen, welche herausragenden Nachwuchswissenschaftler an der TU Braunschweig forschen: Prof. Dr. Marlin Ulmer hat Lernverfahren für Navigationsgeräte entwickelt, mit denen das Durchfahren verkehrsreicher Strecken beschleunigt wird. Dr. Antonia Dannheim hat ein gentechnisches Verfahren entwickelt, um Bestandteile vieler Medikamente kostengünstiger herzustellen zu können. Und Dr. Gunther Wilke hat mathematische Modelle geschaffen, mit denen der Berechnungsaufwand für die Optimierung von Hubschrauber-Rotorblättern gesenkt wird. Sie erhielten jeweils ein Preisgeld von 5.000 €, eine von der Familie Körber gestiftete Büssing-Büste sowie ein von der Galerie Jaeschke gestiftetes Bild.

 

Doktorvater Prof. Dr. Dirk Mattfeld, Preisträger Prof. Dr. Marlin Ulmer, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Universitätspräsidentin Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, BHB-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid, Preisträgerin Dr. Antonia Dannheim, Doktorvater Prof. Dr. Rainer Krull, BHB-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Joachim Block, Preisträger Dr. Gunther Wilke, Doktorvater Prof. Dr. Cord-Christian Rossow

Das Programm beschloss TU-Präsidentin Prof. Dr. Kaysser-Pyzalla, die dem Hochschulbund im Namen der TU Braunschweig herzlich für seine Unterstützung dankte. Mit seiner Arbeit mache der Hochschulbund vieles erst möglich, was zu einem Campus gehöre. Ganz im Sinne der verbindenden Funktion des BHB folgte in den festlichen Räumen des Staatstheaters ein Come-together mit vielen guten Gesprächen und neuen Kontakten.

 

Das Come-together im Louis-Spohr-Saal

Für ihre Unterstützung bei der 100-Jahr-Feier danken wir herzlich der Familie Körber sowie


 

 

26

Okt 18

Der Braunschweigische Hochschulbund wird 100 Jahre alt!

Die Idee imponierte dem Rektor der Herzoglich Technischen Hochschule zu Braunschweig Prof. Heinrich Timerding: Im Jahr 1917 hatte die Universität Göttingen einen Universitätsbund gegründet, der die Hochschule bei ihrem Überlebungskampf in den schwierigen Kriegszeiten unterstützen sollte.

Denn auch die Hochschulen litten zunehmend unter dem Ersten Weltkrieg, für den der Staat unablässig Menschen und Ressourcen an die Front beorderte: An der Hochschule in Braunschweig fehlten so dringend benötigte staatliche Mittel und der Kriegsdienst vieler Studierender und Wissenschaftler führte zu einem stark eingeschränkten Betrieb – letztlich sogar zur Überlegung der Regierung, die Herzoglich Technischen Hochschule generell zu schließen, um die totale Mobilmachung von Industrie und Gesellschaft zu erleichtern. Im Dezember 1917 berichtete Prof. Timerding seinem Senat vom Universitätsbund in Göttingen und schlug vor, die eigene Hochschule durch einen ähnlichen Bund zu unterstützen. Der Senat begrüßte die Idee und beauftragte umgehend einen Gründungsausschuss mit den entsprechenden Vorbereitungen.

 

Das Gründungsprotokoll (Foto: TU Braunschweig/Universitätsbibliothek/UABS_A-I-24_50)

 

Am 3. März 1918 um Viertel vor zwölf fand die Arbeit des Ausschusses ihren Abschluss: Prof. Timerding begrüßte zur Gründungsversammlung in Zimmer 8 der Herzoglich Technischen Hochschule zehn Personen: Fünf Professoren der Hochschule wie den Prorektor Prof. Wilhelm Schlink, Vertreter der aktuellen und ehemaligen Studierenden wie den Ingenieur und Direktor der Braunschweiger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft Ernst Salfeld sowie Vertreter der Wirtschaft. Auch Max Büssing, der zusammen mit seinem Vater die Hochschule erst wieder im März 1917 mit 31.000 Mark unterstützt hatte, war als Unternehmer eingeladen. Er begrüßte die Gründung des Hochschulbundes ausdrücklich, konnte zu seinem Bedauern aber nicht teilnehmen. Am 3. März 1918 hoben die anwesenden elf Personen erwartungsfroh den Braunschweigischen Hochschulbund aus der Taufe. Mit dem Universitätsbund Göttingen bildete er ein Vorbild für viele deutsche Hochschulen, die in den Folgejahren ähnliche Gesellschaften gründeten.

Die von den Gründern in der Vereinssatzung des Hochschulbundes festlegten Ziele bestimmen auch heute noch seine Arbeit: „Der Braunschweigische Hochschulbund, Verein mit dem Sitz in Braunschweig, hat den Zweck, die gegenwärtigen und ehemaligen Angehörigen der Herzoglich Technischen Hochschule in Braunschweig mit ihren sonstigen Freunden und Gönnern zu einem allseitig anregenden und die gegenseitigen Beziehungen fördernden Verbande zusammenzuschließen, die Einrichtungen der Hochschule zu entwickeln und ihren Wirkungsbereich auszudehnen.“ Der Mitgliedsbeitrag betrug jährlich 3 Mark und konnte durch einen einmaligen Beitrag von 100 Mark abgelöst werden. Personen, die mindestens 1000 Mark an den Hochschulbund spendeten, galten als seine Förderer und erhielten eine lebenslange Mitgliedschaft.

Heinrich Büssing übernahm im ersten Verwaltungsrat mit Freuden einen Sitz für Wirtschaftsvertreter. Weitere Sitze gingen an den Direktor der Braunschweigischen Bank- und Kreditanstalt August Tebbenjohannes sowie den Direktor der Maschinenfabrik Amme, Giesecke & Konegen AG. Den Vorsitz des ersten Vorstands erhielt Prof. Timerding, der den Aufbau des Hochschulbundes auch nach seiner Amtszeit als Rektor vorantrieb.

27

Sep 18

Die Heinrich-Büssing-Preise 2018 gehen an…

Wir freuen uns im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Hochschulbundes am 28. November 2018 die Heinrich-Büssing-Preise 2018 an drei großartige Nachwuchswissenschaftler der TU Braunschweig vergeben zu dürfen:

 

Jeder der Preisträger erhält eine von Herrn Stephan Körber gestiftete Büste Heinrich Büssings. (Foto: Andreas Bormann)

 

Herr Prof. Dr. Marlin Ulmer hat in seiner Dissertation Lernverfahren für Maschinen entwickelt, durch die Navigationsgeräte flexibler auf veränderte Situationen reagieren können. Frau Dr.-Ing. Antonia Dannheim hat ein gentechnisches Verfahren mit Stämmen der Gattung Bacillus entwickelt, um Bestandteile vieler Medikamente wesentlich kostengünstiger herzustellen zu können. Und Herr Dr.-Ing. Gunther Wilke hat mathematische Modelle geschaffen, mit denen der Berechnungsaufwand für die sehr komplexe Optimierung von Hubschrauber-Rotorblättern massiv gesenkt wird.

 

08

Aug 18

Integrationserfolge in Brückenkursen

Zuwanderungs- und Integrationsfragen spalten zurzeit das Land wie kaum ein anderes Thema. Da tut es gut, sich Beispiele gelungener Integrationsangebote wie die Brückenkurse für Geflüchtete an der TU Braunschweig anzusehen, die der Hochschulbund intensiv unterstützt.

Aktuell kann der Hochschulbund die Teilnehmer dank allen Spendern mit Lehrbüchern und einem Workshop zum Umgang mit psychischen Extremsituationen unterstützen.

 

Foto: Sara Smalla / TU Braunschweig

 

Am 21. Juni trafen sich aktuelle und ehemalige Kursteilnehmer, Dozenten, Organisatoren und Unterstützer der Brückenkurse, um den Abschluss des dritten (Foto) und den Start des vierten Brückenkurses zu feiern. Dank der einjährigen Kurse haben es bisher über 60 Flüchtlinge geschafft, die Hochschul-Zugangsberechtigung zu erwer-ben. Die meisten von ihnen studieren ein technisches Fach an der TU Braunschweig und viele von ihnen sind ehrenamtlich in interkulturellen Projekten aktiv. So erhielt kürzlich ein ehemaliger Teilnehmer für sein Engagement in einem Stadtteilprojekt der Diakonie einen Förderpreis.